Ja, wo laufen sie denn….??? Natürlich in Ratzeburg!!!
Als wir uns am 1. Advent um 9 Uhr zur Abfahrt nach Ratzeburg trafen, öffnete der Himmel seine Schleusen – es schüttete so heftig, dass wir uns kaum auf die 4 ausgesuchten Fahrzeuge verteilen konnten. Vom Parkplatz in Ratzeburg zum Umkleiden in der Schule : Weltuntergang – aber kurz vor dem Start klarte es auf, zwar schweres Geläuf, aber gutes Laufklima.
Ich stellte mich zu Antje ziemlich weit vorn auf, war dann aber bald ein Hindernis. Originalton einer jungen Läuferin im Vorbeirauschen : Warum läufst du so langsam? Bald darauf sauste Sven heran, wünschte milde lächelnd viel Glück.
Dann kamen schon die ersten Schwierigkeiten dieser Strecke, enge, matschige Wege mit noch viel Verkehr an den ersten Steigungen. Der Kreislauf auf Hochtouren, die Gedanken immer bei der schrecklichen Vorwoche mit Magen-Darmproblemen und null Trainingskilometern – und so viele Kilometer noch vor mir.
Das nächste bekannte Gesicht war Bettina, die locker bei Km 6 an mir vorbeischwebte. Ich habe meinen Kopf dann einfach abgeschaltet und bin nur noch gelaufen, bis mich ein ehemaliger Mannschaftskamerad aus Barsbüttel wachrüttelte – ich konnte den Kerl erst auf den letzten 5km abhängen.
Wir erreichten die Brücke, den Wendepunkt, endlich die Halbzeit, aber es blies uns ein kühler Wind vom Wasser entgegen. Es war jetzt flach, trotzdem wurde ich schwächer, konnte mein Tempo nicht halten und wurde wieder oft überholt.Da ich das rote Marathontrikot anhatte, wurde ich oft angesprochen und nutzte die Gelegenheit für Werbung.
Dann kam Markus, der sich wohl geschont hatte, und nun zum langen Endspurt (ca. 10 km noch) ansetzte. Bei mir kam Wehmut auf: einmal noch so jung und spritzig! Also wieder Kopf abschalten und weiterkämpfen.
Als bei km18 Susanne so locker und frisch an mir vorbei lief, habe ich mich sehr gefreut. Den Einbruch vom Vorjahr hat sie jetzt vergessen.
So, nun die letzten 5km mit den beiden dicken Anstiegen. Am Fuss des 1. „Berges“ holte mich Joachim ein, blieb aber gleich stehen. Zwei Blasen machten ihm zu schaffen. Um diese letzten Steigungen laufend zu überstehen, musste ich schon an die Reserven gehen. Die Oberschenkelmuskulatur brannte, die Lungen pfiffen, aber nun überholte ich! Kein schlechtes Gefühl.
Als ich die Ansagen im Zielbereich hören konnte war die Schlacht geschlagen, neben mir tauchte Joachim wieder auf, und wir liefen gemeinsam die letzten Meter ins Ziel. Geschafft! Dank seiner längeren Arme hatte er den Transponder 1 Sekunde vor mir auf den Anschlag geknallt, aber mit einer durchschnittlichen Kilometer-Laufzeit von 5:30 war ich sehr zufrieden.
Überhaupt kann unser Lauftreff sehr stolz sein: von 15 Startern sind 14 super durchgekommen. Wenn man bedenkt, dass wir durch Urlaub und Krankheit weitere Asse garnicht bringen konnten, ist es erstaunlich und erfreulich, welche positive Entwicklung wir durch unser gezieltes Training erreicht haben. Ich sage nur: weiter so und viel Erfolg für die nächsten Wettkämpfe
Euer Hans-Peter.

